{"id":683,"date":"2013-07-02T13:16:04","date_gmt":"2013-07-02T11:16:04","guid":{"rendered":"http:\/\/ethik-msc.phil.uni-augsburg.de\/?p=683"},"modified":"2013-07-02T16:25:52","modified_gmt":"2013-07-02T14:25:52","slug":"der-literaturkritiker-theodor-lessing-und-der-zionismus-gastvortrag-von-prof-dr-martine-benoit-am-9-juli","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/ethik-der-textkulturen.de\/etk\/der-literaturkritiker-theodor-lessing-und-der-zionismus-gastvortrag-von-prof-dr-martine-benoit-am-9-juli\/","title":{"rendered":"&#8222;Der Literaturkritiker Theodor Lessing und der Zionismus&#8220;  (9.7.)"},"content":{"rendered":"<h1>&#8222;Der Literaturkritiker Theodor Lessing und der Zionismus&#8220;<\/h1>\n<h3>am Dienstag, den 9. Juli findet um 18:00 Uhr\u00a0ein Gastvortrag von Prof. Dr. Martine Benoit\u00a0zu Theodor Lessing in Raum 2045, Geb\u00e4ude N in der Informatik, statt.<\/h3>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><span style=\"color: #888888;\">Zur Person selbst:<\/span><br \/>\nProf. Dr. Martine Benoit (Universit\u00e9 Lille III) Studium an der Sorbonne und an der an der Ecole Normale Sup\u00e9rieure (ENS), Promotion 1994 in Lille (\u201eTheodor Lessing (1872-1933) \u2013 kritischer Zeuge des deutschen Judentums\u201c), Habilitation in Lyon 2010 (\u201eShoah, Literatur, Antifaschismus \u2013 die Erinnerung der Schriftsteller j\u00fcdischer Herkunft in der DDR\u201c). Martine Benoit ist Professorin am Centre d&#8217;\u00c9tudes en Civilisations, Langues et Litt\u00e9ratures \u00c9trang\u00e8res (CECILLE) der Universit\u00e9 Lille III.<br \/>\nSie hat u.a. Arbeiten zum Thema deutsch-j\u00fcdischer \u201eSymbiose\u201c (Theodor Lessing, Heinrich Heine, Jakob Wassermann), Schreiben nach Auschwitz (Paul Celan, Nelly Sachs, Rose Ausl\u00e4nder), Aufarbeitung der NS-Vergangenheit und der Shoah in der DDR (G\u00fcnter Kunert, Fred Wander, Jurek Becker, Peter Edel, Anna Seghers) publiziert.<\/p>\n<p align=\"center\"><b>Der Literaturkritiker Theodor Lessing und der Zionismus<\/b><b>\u00a0<\/b><\/p>\n<p align=\"center\"><b>(Martine Benoit \/ Lille)<\/b><\/p>\n<p align=\"center\">An den Namen des Philosophen und Kulturkritikers Theodor Lessing erinnern sich heute nur wenige, die Geschichtsphilosophen zum Beispiel, die seine \u201elogificatio post festum\u201c noch bem\u00fchen, also den Grundgedanken, dass nicht die Geschichte selbst einen verborgenen Sinn oder einen Kausalzusammenhang hat, sondern dass erst die Geschichtsschreibung im Nachhinein einen Sinn stiftet: \u201edie Geschichte als Sinngebung des Sinnlosen\u201c, so der Titel eines seiner Werke; in der Judaistik irritiert der Verfasser vom 1930 erschienen Buch <i>Der j\u00fcdische Selbsthass<\/i>, dessen Titel den meisten gen\u00fcgte, um nicht weiter zu lesen. Vielen ist allein die Tatsache bekannt, dass Theodor Lessing zu den ersten j\u00fcdischen Opfern des Nationalsozialismus geh\u00f6rte, als er am 30. August 1933 in seinem Marienbader Exil durch sudetendeutsche Nationalsozialisten ermordet wurde.<\/p>\n<p>\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 Im vorliegenden Vortrag soll nun Theodor Lessings Verh\u00e4ltnis zum Zionismus untersucht werden. Angefangen wird mit einfach klingenden Fragen, so nach dem Zeitpunkt, an dem Theodor Lessing anfing, sich f\u00fcr die zionistische Bewegung zu interessieren, oder nach der Rolle, die der Zionismus in seinem Leben spielte, hier vor allem die doppelte Vorstellung eines negativen Erlebnisses \u2013 der Zionismus als Reaktion auf den Antisemitismus \u2013 und eines positiven Erlebnisses \u2013 der Zionismus als Selbstachtung, Selbstbewahrung und Selbstbehauptung. Weiterhin soll dargestellt werden, inwieweit Theodor Lessings Auffassung eines linken Zionismus (er f\u00fchlt sich dem Poale-Zionismus nahe, er schreibt Artikel \u00fcber \u201eTheodor Herzl und Karl Marx\u201c) und einer Rollenverteilung zwischen West- und Ostjuden (\u201eDas Herz Israels lebt im Osten, bei uns ist der Kopf\u201c, um 1900) im Zusammenhang seiner philosophischen Theorien zu erkl\u00e4ren sind. Nicht vergessen wird die tats\u00e4chliche Reise nach Pal\u00e4stina, da Theodor Lessing im Fr\u00fchjahr 1932 eine Reise eintritt, die ihn nach \u00c4gypten, Pal\u00e4stina und Griechenland f\u00fchrt: in Pal\u00e4stina bleibt er drei Wochen, an seine Frau und Tochter schreibt er: \u201eVom ersten Schritte an wusste ich mich geborgen und willkommen\u201c. Die Arbeit im Theodor Lessing-Nachlass, den Dr. Rainer Marwedel 1984 f\u00fcr das Stadtarchiv Hannover ordnete, also die Heranziehung nicht nur edierter Werke, sondern auch unver\u00f6ffentlichter Vortr\u00e4ge, Tageb\u00fccher, Kladden, Notizen und Briefe, wird uns im Laufe des ganzen Vortages begleiten.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<div class=\"mh-excerpt\"><p>&#8222;Der Literaturkritiker Theodor Lessing und der Zionismus&#8220; am Dienstag, den 9. 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