{"id":360,"date":"2013-03-12T12:38:48","date_gmt":"2013-03-12T12:38:48","guid":{"rendered":"http:\/\/fcaux.de\/et\/?p=360"},"modified":"2013-04-26T14:23:51","modified_gmt":"2013-04-26T12:23:51","slug":"medium-metapher-motivation-wie-ikonisch-ist-der-text-symposium-in-costagrande","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/ethik-der-textkulturen.de\/etk\/medium-metapher-motivation-wie-ikonisch-ist-der-text-symposium-in-costagrande\/","title":{"rendered":"\u201eMedium, Metapher, Motivation \u2013 Wie ikonisch ist der Text?\u201c &#8211; Symposium in Costagrande"},"content":{"rendered":"<h3><strong>\u201eMedium, Metapher, Motivation \u2013 Wie ikonisch ist der Text?\u201c &#8211; Symposium in Costagrande<\/strong><\/h3>\n<p><strong><\/strong>Vom 15. &#8211; 19. September 2009 fand in Costagrande\/Italien das linguistische Symposium\u00a0\u00a0Medium, Metapher, Motivation \u2013 Wie ikonisch ist der Text? statt. Dieses Kompaktseminar war eine Veranstaltung des Elitestudiengangs \u201eEthik der Textkulturen\u201c und wurde von Prof. Dr. Mechthild Habermann (Germanistische Sprachwissenschaft\/Universit\u00e4t Erlangen), Prof. Dr. Wolfram Bublitz (Englische Sprachwissenschaft\/Universit\u00e4t Augsburg) sowie Volker Eisenlauer, M.A. durchgef\u00fchrt und geleitet.<\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<h3>\u201eKikerikiiii\u201c, *lol*, \u201eVeni, Vidi, Vici\u201c und die Desktopmetapher &#8211;\u00a0\u00a0\u00a0Wie bildhaft ist der Text?<\/h3>\n<div>\n<p>Lautmalerei, Fotos, Sprachbilder und andere qualitative bzw. strukturelle Abbilder wurden im Rahmen des Studiengangs \u201eEthik der Textkulturen\u201c zum Ausgangspunkt genommen, um Antworten auf die Frage nach der Bildhaftigkeit von Texten zu finden. Vom 15. bis zum 19. September 2009 diskutierten Studierende und Dozierende in Costagrande (Italien) Sprache-Bild Texte in ihren unterschiedlichen Auspr\u00e4gungen.<\/p>\n<p>Die vielfach postulierte \u201aHinwendung zum Bild\u2019 (iconic turn) stellt neue Herausforderungen an den Textbegriff. Zahlreiche Texte des allt\u00e4glichen Gebrauchs, wie z.B. Werbeanzeigen, Fernsehzeitschriften oder auch Chats und Weblogs, weisen eine enge Verflechtung verschiedener Modi auf. Bildhaftigkeit in Texten \u00fcbersteigt aber bei weitem die blo\u00dfe Einbindung von Bildern in Texte: Motiviertheit zwischen Zeichenform und dem, wof\u00fcr sie steht, (Ikonizit\u00e4t) schl\u00e4gt sich in verschiedenen Teilbereichen der gespro\u00adchenen und geschriebenen Sprache nieder. In der Phonetik etwa in Form von onomatopoetischen Ausdr\u00fccken und Lautmalerei, in der Wortbildung durch (teil-)motivierte Komposita, in der Semantik durch Metaphern und Metonymien, in der Textlinguistik durch Diagrammatizit\u00e4t in der Abfolge. Nicht zuletzt besteht die kognitive Metapherntheorie auf eine enge Analogie zwi\u00adschen sprachlicher Geformtheit und au\u00dfersprachlicher Erfahrung. Solche konzeptionellen Aneignungsstrategien spielen besonders im Umgang mit den Neuen Medien eine zentrale Rolle: Die Desktopmetapher ersetzt die Kommandozeile mit einer graphischen Benutzermaske in Form eines virtuellen Schreibtischs, die Raummetapher parallelisiert die mediale Kommunikation mit der begehbaren, sozialen und \u00f6konomischen Alltagswelt, die multilineare Vernetzung von hypertextuellen Fragmenten zeigt strukturelle Gemeinsamkeiten mit dem menschlichen Geist.\u00a0\u00a0Wie auf dem Symposium deutlich wurde, b\u00fcrgt eine zeichenhafte Nachbildung bestimmter Gegenstandsbereiche aber auch immer die Gefahr der Manipulation und kann zum Vorteil von vorherrschenden Ideologien ausgebeutet werden: Formal-strukturelle bzw. semantische Abbilder betonen gemeinsame Merkmale bestimmter Gegenstandsbereiche, w\u00e4hrend andere v\u00f6llig ausgeblendet oder gar nicht erfasst werden. Beispielsweise bilden in der computervermittelten Kommunikation programmierte \u201eChatbots\u201c Kommunikationsbeitr\u00e4ge menschlicher Chatteilnehmer nach und verschleiern dabei v\u00f6llig ihre bin\u00e4re Ontologie.<\/p>\n<p>Die diskutierten Modelle aus der Ikonizit\u00e4tsforschung schaffen ein ad\u00e4quates Analyseparadigma, um das Potential solcher Unterschwelligkeiten zu enttarnen und die hermeneutischen Prozesse offen zulegen. Sie k\u00f6nnen zwar keine Antworten auf Fragen bieten, wie \u201esollte man menschliche F\u00e4higkeiten auf Computer \u00fcbertragen?\u201c oder \u201ewelchen emotionalen Wert haben Gesten?\u201c, tragen aber in gro\u00dfem Ma\u00dfe dazu bei, solche Fragen \u00fcberhaupt zu stellen.<\/p>\n<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<div class=\"mh-excerpt\"><p>\u201eMedium, Metapher, Motivation \u2013 Wie ikonisch ist der Text?\u201c &#8211; Symposium in Costagrande Vom 15. &#8211; 19. 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